Fotoverwaltung und -Bearbeitung mit Aperture

Bei der Digitalfotografie entstehen wesentlich mehr Bilder als zu analogen Zeiten. Wo früher übersichtliche 100 Bilder im Urlaub entstanden, sind es heute schnell das zehnfache. Dabei sind aber u. U. gar nicht mehr Motive abgelichtet als früher. Die Herangehensweise ist einfach experimenteller und so entstehen pro Motiv gleich mehrere Bilder in der Hoffnung, daß ein Gutes dabei ist.
Die Frage ist, wie man diese großen Datenmengen verwaltet und wie man dabei dauerhaft die Spreu vom Weizen trennt, so daß man sein Werk auch dauerhaft genießen kann.

Die meisten Amateurfotografen nutzen zur "Verwaltung" ihrer Fotos einfach das Dateisystem. Dabei wird für jeden Urlaub (oder für jede "Fotosession") ein Ordner erstellt und alle Bilder dort abgelegt. Dort führen sie dann schnell ein unverdientes Dasein als Dateileiche, die niemals wieder angesehen wird.

Dabei gibt es wesentlich intelligentere Arten, seine Bilder zu verwalten. Eine Software dafür ist Apples Aperture und dieser Artikel zeigt, wie man mit Aperture mehr aus seinen Fotos machen kann und wie man sie auch dauerhaft und immer wieder genießen kann.

Verwaltung im Dateisystem

Im Dateisytstem werden die Bilder mit genau zwei Attributen abgelegt: dem Ordnernamen und dem Dateinamen. Weitere Attribute sind ohne zusätzliche Hilfsmittel nicht möglich.
Der Dateiname ist recht nutzlos. Meine Dateien heißen etwas wie P1313725.JPG. Natürlich kann man nach dem Import alle Dateien umbenennen in etwas wie "Mamma und ich beim ...". Dann würde man das Bild wenigstens per Volltextsuche nach "Mamma" noch wiederfinden. Aber wer will sich schon für jedes einzelne Bild einen Namen ausdenken?

Wäre es nicht gut, wenn es einen einfachen Weg gäbe, "die besten Urlaubsfotos" anzeigen zu lassen? Diese würde man sich an einem verregneten Sonntag Nachmittag gerne mal wieder ansehen. Aber durch jeden einzelnen Urlaubsordner zu gehen und die guten Fotos zusammen mit den ganzen Fehlversuchen zu sehen - da verliert man schnell die Lust.

Damit eine Software mir die "besten Urlaubsfotos" anzeigen kann, muß sie die zusätzlichen Attribute "ist Urlaubsfoto" und "ist gutes Foto" verwalten können. Das geht z. B. sehr schnell und einfach mit Aperture.

Bildbearbeitung im Dateisystem

Möchte man seine Bilder bearbeiten, so öffnet man jedes einzelne Bild mit einem externen Bildbearbeitungsprogramm und speichert seine Änderungen. Das ist nicht nur mühsam, es hat auch eine Reihe von weiteren Nachteilen:
  • Beim Speichern wird das Original überschrieben. Hat man sich vertan oder überlegt es sich später anders, ist das Original unwiederbringlich verloren.
    Verwendet man darüber hinaus ein komprimierendes Dateiformat wie z. B. JPG, wird die Bildqualität bei jedem Speichern schlechter.
  • Speichert man seine Änderungen als neue Datei (Speichern als ...), so entstehen schnell riesige Datenmengen und das Problem der "Verwaltbarkeit" wird dadurch noch größer.
  • Nach dem Speichern können Änderungen nicht mehr rückgängig gemacht werden. Möchte ich ein Detail der Bearbeitung ändern, so muß ich den gesamten Bearbeitungsprozess ausgehend vom Original (so es nicht überschrieben wurde) wiederholen.
Dabei kann durch sehr einfache Schritte die Qualität der Bilder wesentlich verbessert werden.
Ein einfacher aber wichtiger Bearbeitungsschritt ist z. B. das Beschneiden. In vielen Fällen kann durch einfache Anwendung der "Drittel-Regel" ein Bild wesentlich interessanter wirken:



Original: Motiv mittig, dadurch recht langweilig
Beschnittene Version: Motiv wurde aus dem Zentrum verschoben. Zusätzlich wurde der Horizont begradigt.

Und mit etwas mehr Aufwand (Hintergrund unscharf, Segel aufgehellt) entsteht dann ein richtig gutes Urlaubs-Action-Foto:


Konzequenz

Bilder werden von vielen Hobby-Fotografen weder bearbeitet noch bewertet.
Nach dem Urlaub werden die 1000 Bilder den Freunden gezeigt - in der Regel mit Kommentaren wie "Das Bild ist nicht so gut, aber da kommt gleich noch ein besseres ...". Eine Zumutung für Freunde und Familie. Und nachdem alle die Bilder gesehen haben, verstauben sie dann auf der Festplatte.

Eine weitere Konsequenz ist übrigens, daß viele Fotografen nicht im besseren RAW-Format fotografieren, denn in diesem Format aufgenommene Bilder müssen bearbeitet werden und können (außer auf dem Mac) auch nicht direkt im Dateisystem angesehen werden.

Der nächste Abschnitt beschreibt, wie mit Apples Aperture mehr Ordnung in die Urlaubsfotos gebracht werden kann und wie einfach und effektiv eine Fotobearbeitung sein kann.

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Comments:

Gerhard Montag, Juli 13, 2009 10:28 PM

Hallo Wolfgang, danke für den Bericht, besser das Statement zu Aperture und Pixelmator. Ich würde mir aber noch wünschen, wenn Du ein wenig auch auf die Bearbeitung mit Pixelmator eingehst, wo Du schon schreibst, dass Du "...weiterführende Bearbeitungen" damit machst.

Btw. ich habe annähernd den gleichen Workflow, wobei ich immer noch die Bewertungen vernachlässige - aber es macht Sinn, diese wirklich hervorragende Software zu nutzen und das ganze Drum-Herum einfach aus dem Kopf verbanne.

Fazit: Es ist einfach mehr Raum für Kreativität da!

Gruß
Gerhard

Schmidetzki Montag, Juli 13, 2009 10:34 PM

@Gerhard: OK, dann kommt demnächst vielleicht ein Artikel zu "Fotobearbeitung mit Pixelmator" ;-)

Gerhard Montag, Juli 13, 2009 11:58 PM

gut, dass ich den Feed abonniert habe ;-)

Danke!

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